Hier ist Vielfalt willkommen

Service, Freundlichkeit und Barrierefreiheit für alle Kunden sind das Ziel der Aktion „unbehindert miteinander“. Am vergangenen Mittwoch wurde das Prädikat zum dritten Mal von Schirmherrn Landrat Frank Scherer in den Räumen der Lebenshilfe Offenburg-Oberkirch überreicht.

In diesem Jahr sind in der Ortenau 14 Betriebe hinzugekommen:

  • Decker's Frische Center in Appenweier, Oberkirch, Oppenau und Zunsweier.
  • Hotel "Eden" in Bad Krozingen
  • Hotel-Gasthaus "Zur Blume" in Haslach.
  • Hotel "Ritter" in Durbach.
  • Naturfreundehaus "Sommerecke" in Wolfach.
  • Planungs- und Beratungsbüro mahp-barrierefrei in Haslach.
  • Stadt Bühl
  • Stadt Offenburg
  • Volksbank Offenburg
  • Weingut Schloss Ortenberg
  • Weinstube "Zur Trotte" in Achern

Es ist erklärtes Ziel Menschen mit Behinderung die Teilhabe am Alltagsleben und mehr Selbstbestimmung zu ermöglichen. Mit der Aktion werden Geschäfte, Einrichtungen der öffentlichen Hand, Banken und Finanzunternehmen und Gaststätten ausgezeichnet, die besonders offen sind für Menschen mit Behinderungen.  Insgesamt sind nun etwa 100 Unternehmen und Institutionen „anerkannt barrierefrei“. Rund 50 Mitarbeiter dieser Unternehmen und Einrichtungen haben in den vergangenen Monaten an Schulungen teilgenommen und eine am Gemeinwesen orientierte Aktion vorbereitet. Schirmherr Landrat Scherer überreichte das Prädikat am vergangenen Mittwoch im Hauptsitz der Lebenshilfe Offenburg-Oberkirch Im Seewinkel.

„Inklusion bedeutet, dass Menschen unterschiedlich sind, und sich dafür einzusetzen, dass jeder – mit und ohne Behinderung – seinen Platz in der Gesellschaft finden kann“, unterstreicht Schirmherr Frank Scherer die Bedeutung der Aktion unbehindert miteinander. Der Ortenaukreis habe schon einige Barrieren in Bereichen wie Kindergarten und Schule, Tourismus und Verwaltung abgebaut, so der Landrat. Und er sei stolz, dass das Hauptgebäude des Landratsamts schon seit 2013 die Plakette tragen darf. Dennoch gebe es noch viel zu verbessern. „Ich bin froh, dass dieses Jahr neue Unternehmen und Organisationen an der Aktion unbehindert miteinander teilgenommen haben. – Ich wünsche mir und hoffe sehr, dass im nächsten Jahr noch mehr Betriebe und Institutionen die Wichtigkeit dieses Gütesiegels verstehen und mitmachen!“, bekräftigte Landrat Scherer.

„Wir haben das Thema im Fokus und sind auf einem guten Weg“, bestätigte und würdigte auch Bürgermeister Oliver Martini mit seinen Begrüßungsworten das Engagement in der Ortenau. „Aktionen wie unbehindert miteinander fördern die Sensibilisierung. Denn wir alle wollen, dass unsere Stadt und unsere Region offen, kundenorientiert, einladend und gastfreundlich für alle sind. – An diesem Ziel wollen wir weiter arbeiten.“

Auch Politik muss Barrieren abbauen

In der Ortenau findet die Aktion „unbehindert miteinander“ jährlich unter der Regie von Projektleiterin Brigitte Seidel statt. Seit diesem Jahr haben sich verschiedene Verbände und Organisationen aus Gastronomie, Genossenschaftswesen und Handel sowie der Liga der Freien Wohlfahrtsverbände zusammengeschlossen, um landesweit Barrieren abzubauen.

„Auf lokaler Ebene sind wir auf einem guten Weg. Jetzt sind Land und Bund gefordert, die Rahmenbedingungen drastisch zu vereinfachen“, betonte Achim Feyhl, Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe Offenburg-Oberkirch im Rahmen der Prämierung. „Es ist selbst für Fachleute schier unmöglich sich im Dickicht der Sozialgesetzgebung zurechtzufinden. Wenn ein Mensch mit Behinderung selbstbestimmt leben will, ist er wie der kleine Mogli einem Dschungel unterschiedlichster zuständiger Behörden ausgesetzt.“ Was in Geschäften, Einrichtungen der öffentlichen Hand, in Banken, Finanzunternehmen und Gaststätten im Kleinen bereits umgesetzt wird, müsse sich nun endlich auch in der Politik widerspiegeln. In der Wirtschaft steht der Ausdruck „Industrie 4.0“ für Vernetzung und Automation, für die Beherrschung der Komplexität. „Kann Teilhalbe 4.0 nicht für die Inklusion behinderter Menschen stehen? Assistenz, einfach und schnell am Menschen orientiert? Kann der Ortenaukreis auch hier Vorbildregion werden?“